Pressemitteilung IG Metall Ingolstadt Tarifkündigung bei Volkswagen Group Services: IG Metall kritisiert Vertrauensbruch

Unmittelbar nach der Betriebsversammlung kündigt Volkswagen Group Services den Tarifvertrag zur tariflichen Zusatzvergütung. Die IG Metall Ingolstadt kritisiert den fehlenden Dialog und kündigt eine entschlossene Reaktion an

Wehende IG Metall-Fahnen.

5. Oktober 2026 5. Oktober 2026


Ingolstadt, 02. Oktober 2026 – Die Kündigung des Tarifvertrags zur tariflichen Zusatzvergütung, kurz T-ZUV, sorgt bei den Beschäftigten von Volkswagen Group Services am Standort Süd für erheblichen Unmut. Die IG Metall Ingolstadt kritisiert sowohl die Entscheidung als auch das Vorgehen der Geschäftsführung.

Noch am selben Tag hatte sich die neue Geschäftsführerin und Arbeitsdirektorin auf der Betriebsversammlung vorgestellt. Dabei erklärte sie, „den Menschen in den Mittelpunkt“ stellen zu wollen, forderte ein noch stärkeres Engagement der Belegschaft ein und betonte die Bedeutung einer vertrauensvollen Zusammenarbeit. Die bevorstehende Kündigung des Tarifvertrags erwähnte sie jedoch nicht. Erst wenige Stunden später wurde die Entscheidung bekannt gegeben.

Betriebsrat und IG Metall wurden im Vorfeld weder rechtzeitig informiert noch in Gespräche über mögliche Alternativen einbezogen. Dieses Vorgehen steht in deutlichem Widerspruch zu dem Anspruch, vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. Wer von den Beschäftigten zusätzliches Engagement erwartet, muss seinerseits für Verlässlichkeit, Transparenz und einen respektvollen Umgang sorgen.

„Die Beschäftigten haben in den vergangenen Jahren Veränderungen mitgetragen, große Flexibilität bewiesen und einen wichtigen Beitrag zum Erfolg des Unternehmens geleistet. Wer von der Belegschaft hohe Einsatzbereitschaft erwartet, sollte Entscheidungen von erheblicher Bedeutung transparent machen und den Dialog suchen. Tarifverträge sind keine Randnotiz, sondern zentrale Bestandteile der Arbeitsbedingungen. Ihre Aufkündigung ohne vorhergehende Gespräche sendet ein eskalatives Signal“, erklärt Daniel Holzschuh, zuständiger Gewerkschaftssekretär der IG Metall Ingolstadt.

Tarifvertraglich vereinbarte Leistungen sind Ausdruck von Anerkennung und ein verlässlicher Bestandteil der Arbeitsbedingungen. Die tarifliche Zusatzvergütung ist für viele Beschäftigte zudem ein wichtiger Bestandteil ihrer finanziellen Planung. Ihre Kündigung betrifft deshalb nicht nur eine einzelne Leistung, sondern auch den grundsätzlichen Umgang des Unternehmens mit seinen Beschäftigten und deren Interessenvertretungen.

Die IG Metall wird das weitere Vorgehen gemeinsam mit den Betriebsratsgremien und den Beschäftigten beraten. Fest steht: Die Kündigung des Tarifvertrags bleibt nicht unbeantwortet. Die IG Metall-Mitglieder werden entschlossen und organisiert in die kommende Tarifauseinandersetzung gehen: „Wenn die Arbeitgeber den Konflikt entfachen, wird die IG Metall laut auf der Straße antworten!“, so Daniel Holzschuh. Wer mehr Einsatz von der Belegschaft verlangt, muss auch bereit sein, Verantwortung gegenüber den Beschäftigten zu übernehmen. Tarifliche Vereinbarungen einseitig infrage zu stellen, ist dafür das falsche Signal.

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